Buddelspaß oder Problem? Ein Leitfaden für Hundehalter*innen

Das Thema Buddeln beschäftigt viele von uns Hundehalter*innen. Vielleicht stellst auch du dir Fragen wie: Ist es in Ordnung, wenn mein Hund buddelt? Sollte ich ihn unterbrechen? Wie lange ist es akzeptabel? Diese Fragen sind ganz normal. Die Antworten darauf hängen von verschiedenen Faktoren ab. 

In diesem Artikel erfährst du, warum Hunde buddeln, welche gesundheitlichen und gesellschaftlichen Aspekte beachtet werden sollten und wie du das Verhalten deines Hundes sinnvoll lenken kannst.

Warum buddeln Hunde? Normalverhalten und Rasseunterschiede

Buddeln ist ein völlig normales Verhalten für Hunde. Besonders für Rassen, die ursprünglich dazu gezüchtet wurden, Tiere unter der Erde zu verfolgen, wie Terrier und Dackel.

Neben dem Zusammenhang zum Jagdverhalten gibt es noch andere Gründe, aus denen Hunde buddeln können. So graben sich manche Vierbeiner ein Loch um sich an heißen Sommertagen darin abzukühlen. Manch trächtige oder scheinschwangere Hündin buddelt sich eine Wurfhöhle für ihre Nachkommen und einige Hunde vergraben Futterreste oder Spielzeug.

Da es sich um ein natürliches Verhalten handelt, spricht vieles dafür, Hunde buddeln zu lassen. Das Ausleben normaler Verhaltensweisen ist wichtig für das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität deines Hundes. 

Wohlbefinden und Bedürfnisbefriedigung: Warum buddeln wichtig ist

Das Buddeln erfüllt wichtige Bedürfnisse deines Hundes. Allerdings sollten wir Hundehalter*innen nicht jedem Bedürfnis uneingeschränkt Raum geben, besonders dann nicht, wenn dabei andere Tiere, Menschen oder der Hund selbst Schaden nehmen könnten.

Das Verfolgen von größeren Wildtieren, wie beispielsweise Hasen oder Rehen, müssen wir durch die Absicherung mit einer Leine oder einem sehr gut trainierten Rückruf verhindern. Das Wohlergehen von Mäusen und anderen kleinen Tieren wird oft vernachlässigt, aber sie können durch das Buddeln deines Hundes geängstigt, verletzt oder getötet werden.

Gesetzlich gibt es dazu keine allgemeinen Regelungen, daher entscheidet an dieser Stelle dein eigener moralischer Kompass darüber, ob das für dich in Ordnung ist und du deinen Hund buddeln lässt.

Alternative Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung

Solltest du dich dagegen entscheiden, deinen Hund buddeln zu lassen, dann kann es hilfreich sein, ihm alternative Möglichkeiten zu bieten, um dieses Bedürfnis auf sichere Weise aufzufangen. Eine Buddelecke im Garten, in der er nach eingepackten Leckerli graben kann, ist eine mögliche Option.

Falls dein Hund aus gesundheitlichen Gründen nicht buddeln sollte oder du keinen Garten nutzen kannst, gibt es andere Beschäftigungen wie Apportieren, Leckerli in Papier einwickeln und zerfleddern lassen oder Suchaufgaben, die deinen Hund auf ähnliche Weise zufriedenstellen können. 

Mit alternativen Beschäftigungen kannst du zu mehr Lebensqualität beitragen, ohne dabei Risiken für deinen Hund einzugehen oder andere Tiere in Gefahr zu bringen.

Wann wird Buddeln zum Problem? Exessives Verhalten erkennen

Exzessives Buddeln kann ein Zeichen für eine körperliche oder psychische Beeinträchtigung deines Hundes sein. Solch ein Verhalten kann auf Ängste, (chronischen) Stress und andere tieferliegende Probleme hinweisen.

Hier ist unbedingt Handlungsbedarf. Falls dein Hund extrem viel buddelt und dabei nicht ansprechbar ist, solltest du Rat bei Fachleuten wie Verhaltensberater*innen oder Verhaltenstierärzt*innen suchen und den Ursachen auf den Grund gehen.

Gesundheitliche Risiken und Vorsichtsmaßnahmen beim Buddeln

Buddeln kann gesundheitliche Folgen für den Hund haben. Tierärzt*innen und Physiotherapeut*innen könnten hier sicher mehr beitragen, dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass das Buddeln den Bewegungsapparat belasten kann. Maßhalten ist daher wichtig. Insbesondere, wenn der Hund bereits durch Gelenkerkrankungen oder Ähnliches vorbelastet ist, solltest du Vorsicht walten lassen.

Hunde können nicht immer einschätzen, was ihnen gut tut und was nicht. Buddeln ist ein „selbstbelohnendes Verhalten“. Während dein Hund buddelt, wird Dopamin ausgeschüttet, wodurch sich die Handlung für ihn sehr gut anfühlt. Schmerzen, die erst später auftreten, werden vom Hund oft nicht mit dem Buddeln in Zusammenhang gebracht.

Du solltest also darauf achten, dass gesundheitlich nichts dagegen spricht deinen Hund in Maßen buddeln zu lassen. Regelmäßige Checks beim Tierarzt können helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Achte auch auf Anzeichen wie Lahmheit oder vermehrten Rückzug nach dem Buddeln, um Hinweise auf Schmerzen im Blick zu haben. 

Regeln und Rücksichtnahme: Wo darf mein Hund buddeln?

Um Schäden für Mitmenschen zu vermeiden, sollte dein Hund nicht auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, Sportplätzen oder in (Vor-)Gärten buddeln. Löcher sollten immer wieder geschlossen werden, um Verletzungen zu verhindern. Öffentliche Plätze und Wanderwege sind ebenfalls tabu. 

Hingegen können Randstreifen, Flächen im eigenen Besitz oder solche, die nach Absprache dafür genutzt werden dürfen, dem Hund zum Buddelvergnügen zur Verfügung gestellt werden.

Wie verhindere oder unterbreche ich das Buddeln?

Es ist wichtig, den Hund nicht für dieses völlig normale Verhalten zu bestrafen oder ihn regelmäßig an der Leine von solchen Stellen wegzuziehen. Dabei kann der Bewegungsapparat belastet werden und insbesondere bei der Nutzung von Halsbändern können Verletzungen auftreten.

Gezieltes Training über positive Verstärkung kann helfen, den Hund am Buddelloch besser ansprechbar zu machen und ihn in eine gemeinsame Interaktion mit dir zu holen. Ein attraktives Gegenangebot, wie beispielsweise ein besonderes Leckerli und das Umlenken auf etwas anderes, wie ein gemeinsames Spiel, kann (akut) ebenfalls hilfreich sein.

Um langfristig Verbesserungen erzielen zu können, ist es ratsam ein*e Hundetrainer*in aufzusuchen, der*die bedürfnisorientiert und gewaltfrei arbeitet.

Fazit: Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Buddelverhalten

Das Buddeln ist ein komplexes Thema, bei dem viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Es gibt sowohl Pro- als auch Contra-Argumente. Wichtig ist, dass das Buddeln in einem Rahmen stattfindet, der für den Hund und die Umgebung akzeptabel ist. Achte darauf, dass dein Hund nicht gesundheitlich leidet und keine Schäden verursacht. Am Ende zählen das Wohlbefinden deines Hundes und ein verantwortungsvoller Umgang mit seinen natürlichen Verhaltensweisen.

 

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